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Ferienschock an der Zapfsäule: Warum es jetzt teurer wird

Die Ruhe an Schweizer Tankstellen trügt gewaltig. Zwar ist Tanken seit einigen Wochen wieder etwas günstiger geworden, der Rohölpreis ist seit Mitte Mai von gut 110 auf rund 71 Franken pro Fass gefallen. Doch kurz vor dem grossen Ferienstart ziehen neue Gewitterwolken über dem Treibstoffmarkt auf.

Schuld ist diesmal nicht der Nahe Osten

Wer den Preisanstieg wieder mit geopolitischen Spannungen erklären will, liegt diesmal falsch. Der eigentliche Übeltäter sitzt viel näher: der Rhein. Die Pegelstände sind derzeit so tief, dass die Frachtkosten für die Rheinschifffahrt regelrecht explodiert sind. Seit dem 11. Juni haben sich die Tarife von 33,50 auf 68,50 Franken pro Tonne mehr als verdoppelt. Der Touring Club Schweiz rechnet vor, dass sich dieser Anstieg mit etwa 2,5 Rappen pro Liter auf den Benzinpreis auswirken dürfte.

Die Zahlen im Überblick

Aktuell kostet ein Liter Bleifrei 95 im Schweizer Durchschnitt 1,81 Franken, Diesel liegt bei 1,98 Franken. Das klingt zunächst nach guten Nachrichten, schließlich zahlten Autofahrende noch vor sechs Wochen 12 Rappen mehr für Benzin und sogar 15 Rappen mehr für Diesel. Wer sich aber zu früh freut, könnte böse überrascht werden: genau zum Ferienbeginn droht die Kurve wieder nach oben zu zeigen.

Deutsche Nummernschilder vor Schweizer Zapfsäulen

Ein Blick über die Grenze zeigt derweil ein vertrautes Bild. Weil Sprit in deutschen Grenzstädten teils merklich teurer ist, rollen wieder auffällig viele deutsche Autos zu Schweizer Tankstellen. Zwischen Konstanz und Kreuzlingen etwa beträgt die Preisdifferenz beim Benzin rund 40 Rappen pro Liter, beim Diesel immerhin noch 25 Rappen. Für Grenzgänger und Wochenendausflügler ein feiner Nebenverdienst, für die Schweizer Staatskasse ohnehin willkommen.

Wo lohnt sich das Volltanken in den Ferien?

Wer die Reisezeit für einen Preisvergleich nutzen will, sollte genau hinschauen. In Italien und Frankreich unterscheiden sich die Preise kaum von jenen hierzulande, ein Umweg über die Grenze lohnt sich also kaum. Anders sieht es in Österreich und Deutschland aus, dort tankt man spürbar günstiger. Der klare Gewinner unter den Feriendestinationen bleibt Spanien: Ein Liter Bleifrei 95 kostet dort umgerechnet nur 1,48 Franken, Diesel 1,55 Franken.

Clever tanken

Die Botschaft an alle, die in den nächsten Tagen die Koffer packen: Nicht zu lange warten und den Tank rechtzeitig füllen. Zwischen tiefen Rheinpegeln, steigenden Frachtkosten und dem klassischen Ferienansturm könnte sich das aktuell noch moderate Preisniveau schon bald verabschieden. Wer clever plant, vergleicht die Benzinpreise, tankt vor der Abreise noch einmal richtig voll und genießt die Fahrt, statt sich über steigende Preise an der Zapfsäule zu ärgern.